COVID-19 n

COVID-19

 

Hauptübertragungsweg: Tröpfchen/Aerosole


Häufige Symptome: Husten, Fieber, Schnupfen, Störung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns, Lungenentzündung


Risikogruppen: Ältere und hochbetagte Menschen, Vorerkrankte


SARS-CoV-2 (severe acute respiratory syndrome coronavirus type 2) ist ein neues Beta-Coronavirus, das Anfang 2020 als Auslöser von COVID-19 identifiziert wurde. Zu den Beta-Coronaviren gehören u. a. auch SARS-CoV und MERS-CoV. Coronaviren sind unter Säugetieren und Vögeln weit verbreitet. Sie verursachen beim Menschen vorwiegend milde Erkältungskrankheiten, können aber mitunter schwere Lungenentzündungen hervorrufen. COVID-19 kann sich in vielfältiger Weise und nicht nur in der Lunge, sondern auch in anderen Organsystemen manifestieren. Seit Mitte 2020 häufen sich Hinweise auf mögliche längerfristige gesundheitliche Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion auch bei Personen mit einem leichten oder symptomarmen Krankheitsverlauf. Dabei wird über sehr unterschiedliche Beschwerden und Symptome berichtet, die über Wochen und Monate fortbestehen, phasenweise wieder auftreten oder auch neu hinzukommen können. Zu den häufig berichteten Beschwerden, die allein oder in Kombination auftreten können, zählen Müdigkeit, Erschöpfung und eingeschränkte Belastbarkeit, Kurzatmigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Schlafstörungen, Muskelschwäche und -schmerzen sowie psychische Probleme wie depressive Symptome und Ängstlichkeit. Darüber hinaus werden auch eine Verschlechterung der Lungenfunktion sowie andere Organkomplikationen wie Leber- und Nierenfunktionseinschränkungen, Herzmuskelentzündungen und das Neuauftreten eines Diabetes mellitus beobachtet.

 

COVID-19 bei Kindern & Jugendlichen

Derzeit leben in Österreich ca. 1,2 Mio. Kinder zwischen 0 und 14 Jahren. Mit Stand vom 24. Mai 2022 lag bei 688.551 0–14-Jährigen eine bestätigte SARS-CoV-2-Infektion vor. Es hatten also rund 57 Prozent der 0–14-Jährigen bis Ende Mai 2022 nachweislich COVID-19. Zum Teil verliefen diese Infektionen ohne Symptome und auch unbemerkt: Gerade am Anfang der Pandemie wurde deutlich weniger getestet als 2021 und 2022. Es ist also wahrscheinlich, dass insgesamt mehr Kinder/Jugendliche COVID-19 hatten. Für die Steiermark weist die zuständige Einrichtung AGES zum 24.5.22. 80.954 Kinder/Jugendliche bis zum 14. Lebensjahr aus, die COVID-19 hatten, das entspricht etwa 48 Prozent dieser Altersgruppe in der Steiermark.

Quellen: https://covid19-dashboard.ages.at. Download: 24.5.2022, 13:06.
STATcube – Statistische Datenbank von STATISTIK AUSTRIA. Bevölkerung zu Jahresbeginn ab 2002 (einheitlicher Gebietsstand 2020) (Q), Stand 27.5.2021.

 

In Österreich und der EU gibt es für Kinder ab 6 Monaten EU-zugelassenen COVID-19 Impfstoffe. Die COVID-19-Impfung mit mRNA Impfstoffen wird für alle Kinder und Jugendlichen ab 5 Jahren allgemein empfohlen - für Kinder ab dem 6. Lebensmonat bis zum 5. Geburtstag bei bestimmten Indikationen, mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf mit COVID-19.

Eine 3. Impfung ist für den bestmöglichen und langfristigen Impfschutz Schutz inkl. einem Schutz vor schweren Verläufen notwendig. Bei Kindern von 5-11 Jahren soll diese 3. Impfung ab 6 Monaten nach der 2. Impfung, spätestens zu Schulbeginn erfolgen. Eine gute Verträglichkeit der Impfung in dieser Altersgruppe wurde mittlerweile belegt. Für diese Altersgruppe wird ein Kinderimpfstoff mit einer geringeren Menge von mRNA (10 Mikrogramm) eingesetzt.

Ein 2+1 Impfschema ist auch für Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren empfohlen. Die 3. Impfung wird ab 6 Monaten nach der 2. Impfung empfohlen. Dabei wird dieselbe Formulierung und Dosierung wie bei Erwachsenen eingesetzt.

Ab September 2022 wird auch eine 4. Impfung für diese Altersgruppe empfohlen, sofern die 3. Impfung bereits mind. 6 Monate zurückliegt. Das Nationale Impfgremium weist auch darauf hin, dass dreimal geimpften Personen unter 60 Jahren, die zusätzlich eine nachgewiesene Omikron-Infektion (BA.1, BA.2 oder BA.4, BA.5) durchgemacht haben, nach dieser Infektion eine gute Boosterantwort und (Kreuz-)Immunität gegen BA.4/BA.5 zeigen. Die 4. Impfung innerhalb von 6 Monaten (nach der Infektion) bringt in diesem Fall keine weitere Verbesserung des Impfschutzes und kann daher entsprechend verschoben werden.

Weitere Informationen unter https://www.sozialministerium.at/Corona/Corona-Schutzimpfung/Corona-Schutzimpfung---Fachinformationen.html

 

Spitalsaufnahmen

Sicher ist, dass Kinder und Jugendliche im Vergleich zu Erwachsenen meist milder erkranken und wesentlich seltener eine Spitalsbehandlung benötigen. Aber von 1. Februar 2020 bis 31. März 2021 waren immerhin 838 Kinder und Jugendliche (0–19 Jahre) mit einer COVID-19-Infektion in Österreich in Spitalsbehandlung. Bei 455 (54 %) war COVID-19 die Hauptdiagnose (d. h. sie wurden deshalb aufgenommen). Im selben Zeitraum wurden 75 Kinder/Jugendliche (0–19 Jahre) wegen einer akuten COVID-19-Infektion auf einer Intensiv-Station behandelt. Das sind 9 % der wegen COVID-19 ins Spital aufgenommenen Kinder/Jugendlichen.

Von 1. Februar 2020 bis 31. Jänner 2021 (also vor der dritten Welle) wurden in Österreich 51 Fälle des Hyperinflammationssyndroms (PIMS, MIS-C) gemeldet – nach durchgemachter COVID-19-Infektion. 20 dieser PIMS-Fälle (knapp 40%) mussten auf einer Intensivstation behandelt werden, mehrere sogar mit Organersatzverfahren (maschinelle Beatmung, Dialyse, ECMO).

Seit April 2021 werden die COVID-19-Aufnahmen wöchentlich in allen österreichischen Abteilungen für Kinder- und Jugendheilkunde abgefragt: Im April 2021 (KW 14 bis KW 17) – nach dem Gipfel der 3. Welle – wurden wöchentlich ca. 15 Kinder/Jugendliche wegen COVID-19 in den Spitälern aufgenommen. 1–3 pro Woche kamen auf die Intensivstation, 3–4 Patient­Innen pro Woche erkrankten in diesem Zeitraum an PIMS.

 

Spitalsaufnahmen-COVID-19

 

Beschwerden/Symptome

Die Eltern von 778 Kindern/Jugendlichen von 0–14 Jahren mit einer COVID-19-Infektion wurden über die Krankheit befragt: Bei 14% dauerten die Beschwerden 1 Monat an, bei 7,7% 3 Monate. Die Beschwerden umfassten Müdigkeit, Kopfschmerzen, gestörten Geruchs- und Geschmackssinn, Kurzatmigkeit, Konzentrationsprobleme, geringe körperliche Be­last­barkeit u.v.m. Die Eltern gaben an, dass diese Beschwerden im Zusammenhang mit der Infektion zustande kamen. Eine Abgrenzung gegenüber Beschwerden wegen anderen Ursachen (z. B. Masken-Tragen, Absonderung) ist jedoch in vielen Fällen schwierig. 6 Todesfälle wegen COVID-19 bei Kindern/Jugendlichen (alle im Alter von 10 bis 18 Jahren) sind bisher in Österreich gemeldet worden. Alle hatten schwere Grunderkrankungen.

 
Siehe auch:
Hospitalisierungen von Kindern und Jugendlichen in Österreich mit SARS-CoV-2 Infektion. Zurl & Strenger, 2021. https://paediatrie.at/images/Covid19/hospitalisierungen.pdf
Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie DGPI: PIMS-Fälle bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. https://dgpi.de/pims-survey-update/#faelle
Das Pädiatrische Inflammatorische Multisystem Syndrom (PIMS) in der COVID-19 Pandemie. Brück, Schütz, Kallinich, 2022. Übersichtsarbeit.  https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/a-1715-5027.pdf
 
Antworten auf häufige Fragen zur COVID-19-Impfung bei Kindern und Jugendlichen finden Sie unter:

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