Hib n

Hämophilus Influenzae Typ B (HIB)

Die Impfung gegen Hämophilus Influenzae Typ B ist im Gratisimpfprogramm für Kinder und Jugendliche enthalten.

Hämophilus Influenzae Typ B (HIB) sind weltweit verbreitete Bakterien, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Seit die HIB-Impfung 1993 in das österreichische Gratisimpfprogramm aufgenommen wurde, kommt die HIB-Meningitis bei uns praktisch nicht mehr vor. Zuvor erkrankte jedes 400. Kind daran. Gelegentlich wird HIB jedoch bei noch gesunden Keimträgern nachgewiesen.

HIB ist in Ländern ohne Impfprogramm der häufigste bakterielle Erreger der eitrigen Hirnhautentzündung bei Kleinkindern und endet ohne Behandlung fast immer tödlich. Sogar wenn behandelt wird, bestehen noch bei 25 Prozent der Fälle bleibende Schäden wie Schwerhörigkeit oder psychomotorische Behinderung. Eine durch HIB hervorgerufene Epiglottitis (Entzündung des Kehlkopfdeckels) führt zu Erstickungsgefahr und muss unverzüglich intensivmedizinisch betreut werden.

Die Infektion verläuft so rasant, dass nur wenige Stunden zwischen völliger Gesundheit und Lebensgefahr liegen. Denn die Erreger bleiben aufgrund ihrer Tarnung in einer Kapsel aus Polysacchariden relativ lange für das Abwehrsystem unsichtbar. Sie können sich in Ruhe vermehren und über das Blut verteilt wichtige Organe angreifen (siehe auch Pneumokokken und Meningokokken).

Hämophilus Monitoring der WHO


Hämophilus infl. B im Detail
    
Erreger: Hämophilus influenzae Typ B (Stäbchenbakterien mit Polysaccharidkapsel)

Erregervorkommen: Mensch (ungeimpfte, gesunde Keimträger, derzeit max. 5 Prozent)

Verbreitung: weltweit

Inkubationszeit: sehr variabel, abhängig vom Krankheitsbild

Infektionsquellen und Übertragung: Tröpfcheninfektion.

Krankheitsbild: sehr variabel, gefährdet sind vor allem Kinder unter 5 Jahren; Meningitis (Gehirnhautentzündung), Epiglottitis (Kehlkopfdeckelentzündung), Mastoiditis, Otitis Media (Mittelohrentzündung), Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung),  Konjunktivitis (Bindehautentzündung), Pneumonie (Lungenentzündung), septische Arthritis (Gelenksentzündung), Pericarditis (Herzbeutelentzündung), präpubertal auch Vulvovaginitis (Scheidenentzündung), Empyeme, Phlegmonen, Abszesse, Osteomyelitis (Knochenentzündungen), Cellulitis (Unterhautgewebsentzündung) oder Sepsis (Blutvergiftung) mit den entsprechenden möglichen Komplikationen.

Vorbeugung (Prophylaxe): Schutzimpfung mit Konjugatimpfstoff (als Kombinationsimpfstoff).

Das Durchmachen der Erkrankung hinterlässt keinen adäquaten Immunschutz.


Quellen: H. Kolleritsch und K. Möstl: Impfen 2004, Dr. Peter Müller Buch- und Kunstverlag GmbH, Wien 2004
Malinowski, W.: Impfungen in Österreich und anderen europäischen Ländern, Facultas Universitätsverlag, Wien 2005
Quast, U. et al.: Impfreaktionen, Hippokrates Verlag, Stuttgart 1997
DGPI Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 6. Auflage, Thieme Verlag 2013
(Ergänzt und überarbeitet von Prof. Dr. Diether Spork, Impfreferent der ÄK Steiermark und Dr. Andreas Trobisch, Assistenzarzt an der Univ.-Kinderklinik des LKH-Graz.)

news