Influenza n

Influenza („Echte Grippe")

Die Impfung gegen Influenza ist nicht Teil des Gratisimpfprogramms, sie wird aber Jahr für Jahr preisgestützt und damit deutlich vergünstigt angeboten.

Influenza (die "echte" Grippe) ist hoch ansteckend, die Viren werden durch Tröpfcheninfektion (über die Atemluft) übertragen. Eine Infektion mit Influenza beginnt typischerweise plötzlich, es entsteht hohes Fieber und die Atemwege erkranken schwer. Besonders gefährdet sind Säuglinge, ältere Menschen und chronisch Kranke.

Neue Stämme der Influenza setzen sich in Ostasien zusammen, wo Menschen, Vögel und Schweine auf engem Raum zusammenleben. Bis sie Europa und Nordamerika in der Zeit von Dezember bis März erreichen, steht meist ein Impfstoff gegen die neuen Stämme bereit.

In Österreich erkranken pro Jahr zwischen 380.000 und 600.000 Menschen an Grippe, mehr als 1.000 sterben. Allein das zeigt, dass bei uns die Durchimpfungsrate noch viel zu gering ist. Alle zwei bis drei Jahre tritt die Infektion epidemisch auf. Die Influenza trägt ganz wesentlich zur sogenannten "Übersterblichkeit" in den Wintermonaten bei. Eine exakte Berechnung ist aber mangels systematischer Erregerlabor-Surveillance nicht möglich. Die Schätzungen beruhen auf dem Vergleich mit „Basisjahren“ von ganz geringer Influenza-Aktivität (z. B. 2001) sowie der Korrelation eingesandter Proben.

Säuglinge sollten ab dem 7. Lebensmonat geimpft werden. Die Impfung wird als gut verträgliche Totimpfung wegen der besonderen Gefährdung auch für Schwangere (im 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel) vor und eventuell auch noch während der Influenzasaison (Oktober bis März) zum eigenen Schutz und zum Schutz des Neugeborenen empfohlen. Ebenso sollte die Durchimpfungsrate bei Angehörigen von Gesundheitsberufen sowie bei Betreuungspersonen zu deren eigenem Schutz und zur Vermeidung der Ansteckung der anvertrauten Patienten gesteigert werden.

Außerdem wird die Influenza-Impfung allen chronisch Kranken (Lungen-, Herz-, Kreislauferkrankungen, Erkrankungen der Nieren, Stoffwechselkrankheiten und angeborene oder erworbene Immundefekte) und Senioren (> 50 Jahre) sowie Personen mit häufigen berufsbedingten Kontakten zu anderen Menschen (Lehrer, Schüler, Gastwirte, Beamte usw.) angeraten.

Zur Influenza-assoziierten Mortalität in Deutschland (Epid. Bulletin 35/2007)

Arbeitsgemeinschaft Influenza des RKI

 

Influenza im Detail

Erreger: Influenzaviren vom Typ A, B, C (letzere klinisch unbedeutsam), gehören zur Familie der Orthomyxoviridae (RNA-Viren).

Erregervorkommen: je nach Virustyp Geflügel, Schweine oder Menschen; gelegentliche „Tierpassagen“ (Schwein, Pferd, Ente).

Verbreitung: weltweit, gehäuft in der typischen Grippesaison (auf der Nordhalbkugel von November bis April). Die typische Grippesaison in Europa dauert von Dezember/Januar bis März/April, gelegentlich ist der Beginn auch später.

Inkubationszeit: wenige Stunden bis 3 Tage, Durchschnittlich 1-2 Tage.

Infektionsquellen und Übertragung: von Tier auf Mensch oder Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion bzw. auch Kontaktinfektion.

Ansteckungsrisiko bei Kontakt (Kontagionsindex): zwischen 15 und 75 Prozent je nach Virustyp.

Krankheitsbild: häufig wie „normaler“ grippaler Infekt; bei 30 bis 50% der Infizierten: rasch einsetzendes Fieber (teilweise bis über 39 Grad), allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Gliederschmerzen, Schnupfen, Husten, Halsentzündung und allgemeine (Kreislauf-) Schwäche.
Besteht beim Erkrankten eine Vorerkrankung der Atemwege (z. B. Asthma), des Herzens oder der Niere, oder handelt es sich um ältere Menschen, so sind Komplikationen häufig: schwere Bronchitis, Lungenentzündung, Kreislaufversagen, toxische Schäden am Herzmuskel oder Herzmuskelentzündung, Rippenfell-, Nieren-, Stirn- und Nebenhöhlenentzündung, Mittelohr oder sogar Gehirnentzündung. Spätfolgen nach solchen Komplikationen sind nicht selten, auch Todesfälle bei älteren, geschwächten Personen sind immer wieder zu beobachten.

Vorbeugung (Prophylaxe): Impfung mit Totimpfstoff (jährlich; Impfstoffe werden an saisonale Stämme angepasst), der Impfschutz beginnt 2 Wochen nach der Impfung.


Quellen:
www.reisemed.at
DGPI Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 6. Auflage, Thieme Verlag 2013
(Ergänzt und überarbeitet von Prof. Dr. Diether Spork, Impfreferent der ÄK Steiermark und Dr. Andreas Trobisch, Assistenzarzt an der Univ.-Kinderklinik des LKH-Graz.)

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