Masern n

Masern

Die Impfung gegen Masern ist im Gratisimpfprogramm für Kinder und Jugendliche enthalten.

Impfschutz gegen Masern ist aus vielen Gründen besonders wichtig:
Masern sind extrem ansteckend: Wären die Kinder nicht geimpft, würden 85 Prozent vor dem 10. Lebensjahr an Masern erkranken. Die restlichen 15 Prozent würden aber auch lebenslang für Masern empfänglich bleiben.

Die Erkrankung selbst ist schwer: Typisch sind hohes Fieber, starker Husten, Schnupfen, Bindehautentzündung und Hautausschlag. Dazu kommt es noch bei 10 Prozent zu einer Mittelohr- oder Lungenentzündung. Noch gefährlicher ist eine mögliche Gehirnhautentzündung, die bei etwa 1 von 1000 Kindern zu bleibenden Schäden führen kann. Und: Jahre nach der Ersterkrankung kann SSPE (subakute sklerosierende Panenzephalitis) auftreten. Diese Erkrankung verläuft leider immer tödlich.

Masern-Erreger kommen weltweit vor. Obwohl in den USA konsequent gegen Masern geimpft wird (die Impfung ist Voraussetzung für den Zugang zu Kindergarten und Schule), kommen auch dort immer wieder Ausbrüche vor.
In Niederösterreich verstarb im Jahr 1997 ein vorher völlig gesunder 13-Jähriger, der nicht geimpft war, an Masern. In Berlin gab es 2015 einen größeren Masernausbruch, auch dort war der Tod eines Kindes zu beklagen.

Masern Monitoring der WHO

Masern-Factsheet 2015

BMGF: Masernbericht 2016

Masern in Deutschland 2007 und Überblick über die Epidemiologie der Masern in Deutschland 2014 und aktuelle Situation in D 2015 im Epidem. Bulletin des RKI.

KeineMasern.at

Analyse des Masernausbruchs in der Steiermark 2015 von Dr. Andreas Trobisch et. al. 2017

Measles rapid risk assessment des European Center for Disease Prevention and Control (ECDC)

ECDC Schlüsselinformationen und Daten zu Masern für healthcare Professionals (2018)

Masern und Röteln Surveillance 2013 bis 2017 (ECDC)


Masern Im Detail
    
Erreger: Masernvirus, RNS-Virus der Paramyxovirengruppe (Genus Morbillivirus).

Erregervorkommen: Mensch.

Verbreitung: weltweit.

Inkubationszeit: 11 bis 14 Tage, das Exanthem (Hautausschlag) tritt etwa 3–5 Tage nach Krankheitsbeginn auf.

Infektionsquellen und Übertragung: Tröpfcheninfektion, extreme Ansteckungsfähigkeit (etwa 5 Tage vor bis 4 Tage nach dem Auftreten des Exanthems).

Krankheitsbild: Typisch in den ersten 3 bis 4 Tagen (Prodromalstadium) ist ein uncharakteristischer grippeähnlicher Zustand mit Fieber, Kopfschmerzen, Husten und Lichtscheu (Bindehautentzündung). Zugleich mit einem neuerlichen Fieberanstieg (nach einem möglichen vorübergehenden Abfall) setzt der sich innerhalb von 2 Tagen cranio-caudal (vom Kopf zu den Füßen hin) ausbreitende, nicht juckende Hautausschlag mit hellroten, zackig begrenzten, wegdrückbaren Flecken ein.
Als Komplikationen können Bronchitis, Pneumonien (Lungenentzündungen), Mittelohrentzündungen sowie Gehirnentzündungen (in rd. 1 von 1000 Fällen) auftreten. Besonders gefährlich ist die subakute sklerosierende Panenzephalitis SSPE (in etwa 1 von 10.000 Fällen), die erst Jahre später auftritt und zum Tod führt.

Vorbeugung (Prophylaxe): Schutzimpfung mit Lebendimpfstoff (als Kombinations-Impfstoff mit Mumps-, Röteln und mittlerweile auch mit Varizellen).

Eine durchgemachte Infektion hinterlässt in der Regel eine lebenslange Immunität.


Quellen: H. Kolleritsch und K. Möstl: Impfen 2004, Dr. Peter Müller Buch- und Kunstverlag GmbH, Wien 2004
Malinowski, W.: Impfungen in Österreich und anderen europäischen Ländern, Facultas Universitätsverlag, Wien 2005
Quast, U. et al.: Impfreaktionen, Hippokrates Verlag, Stuttgart 1997
DGPI Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 6. Auflage, Thieme Verlag 2013
(Ergänzt und überarbeitet von Prof. Dr. Diether Spork, Impfreferent der ÄK Steiermark und Dr. Andreas Trobisch, Assistenzarzt an der Univ.-Kinderklinik des LKH-Graz.)

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