Tetanus n

Tetanus

Die Impfung gegen Tetanus ist im Gratisimpfprogramm für Kinder und Jugendliche enthalten.

Tetanus (Wundstarrkrampf) ist eine Infektion mit einer der höchsten Sterblichkeitsraten: 20–30 Prozent der Erkrankten sterben an Atemlähmung. Tetanus beginnt mit einer kleinen Verletzung („Bagatellverletzung“), z. B. durch Dornen und Splitter. Dabei wird die Wunde mit Straßenschmutz, Blumenerde, Exkrementen von Pferden, Schafen oder Kühen infiziert.

Unter Luftabschluss (wenn z. B. ein Verband oder Pflaster aufgelegt wird) vermehren sich die Erreger und scheiden ihr tödliches Gift ab. Oft erst nach Wochen und Monaten, wenn die Wunde schon abgeheilt erscheint, erreicht es sein Ziel: das Zentralnervensystem. Es kommt zum Zelluntergang und zu Krämpfen und Lähmungen.

Tetanus-Erreger sind auch wegen ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Hitze und Desinfektionsmittel gefürchtet. Im Gewebe oder im Erdreich überleben sie Jahre, sofern kein Sonnenlicht an sie gelangt.

Sicheren Schutz bietet die Tetanus-Impfung. Lebenslanges Auffrischen ist erforderlich, eine überstandene Erkrankung hinterlässt keine Immunität.

Tetanus Monitoring der WHO


Tetanus im Detail

Erreger: Clostridium tetani (Bakterium). Die Erreger sind weltweit in der Umwelt (Erdreich) in ihrer Dauerform (Sporen) vorhanden.

Verbreitung: weltweit, nach WHO-Angaben sterben weltweit jährlich rd. 1 Mio. Menschen infolge einer Tetanusinfektion.

Inkubationszeit: wenige Tage bis mehrere Wochen, selten mehrere Monate (Spättetanus möglich).

Ansteckungsrisiko bei Kontakt (Kontagionsindex): nicht zu beziffern, da von Verletzungsart, Keimmenge und Toxinbildung abhängig.

Infektionsquellen und Übertragung: Übertragung durch Wundverunreinigung mit Bakterien-Sporen. Vorkommen in Erdreich, Staub, tierischen und menschlichen Ausscheidungen. Resistent gegen Hitze und gebräuchlichen Antiseptika, sie überleben in Geweben für Monate, im Erdreich Jahre, wenn nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt.

Krankheitsbild: anfangs Reizbarkeit, Spannungsgefühl, Wund- und Kopfschmerzen, Fieber; später bei vollem Bewusstsein äußerst schmerzhafte Muskelkrämpfe, Atemlähmung und Herzstillstand. Die Letalität beträgt trotz Intensivmedizin 20-25%, bei Neugeborenen sogar deutlich höher.

Vorbeugung (Prophylaxe): Schutzimpfung mit Tetanus-Toxoid-Impfstoff (meist als Kombinationsimpfstoff).


Quellen: H. Kolleritsch und K. Möstl: Impfen 2004, Dr. Peter Müller Buch- und Kunstverlag GmbH, Wien 2004
Malinowski, W.: Impfungen in Österreich und anderen europäischen Ländern, Facultas Universitätsverlag, Wien 2005
Quast, U. et al.: Impfreaktionen, Hippokrates Verlag, Stuttgart 1997
DGPI Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 6. Auflage, Thieme Verlag 2013
(Ergänzt und überarbeitet von Prof. Dr. Diether Spork, Impfreferent der ÄK Steiermark und Dr. Andreas Trobisch, Assistenzarzt an der Univ.-Kinderklinik des LKH-Graz.)

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