Influenza („Echte Grippe")
Influenza ist hoch ansteckend, die Viren werden durch Tröpfcheninfektion (über die Atemluft) übertragen. Eine Infektion mit Influenza beginnt typischerweise plötzlich, es entsteht hohes Fieber und die Atemwege erkranken schwer. Von den Krankheitsanzeichen her (v. a. hohes Fieber, Husten, schweres Krankheitsgefühl) ist Influenza sehr leicht mit COVID-19 zu verwechseln. In Österreich stecken sich pro Jahr zwischen 5% und 15 % der Bevölkerung mit dem Influenzavirus an und viele davon erkranken.
Rund 1.000 Personen sterben jährlich in Österreich an einer Ansteckung mit Influenzaviren. Das zeigt, dass bei uns die Durchimpfungsrate noch viel zu gering ist. Alle zwei bis drei Jahre tritt die Infektion epidemisch auf. Die Influenza trägt wesentlich zur sogenannten "Übersterblichkeit" in den Wintermonaten bei.
Die Impfung gegen Influenza ist im Zuge des Öffentlichen Impfprogrammes der ÖGK kostenfrei erhältlich.
Weitere Informationen und aktuelle Daten zur Influenzasituation in Österreich finden Sie unter:
Nationale Referenzzentrale für Influenzaepidemiologie der AGES
Zentrum für Virologie der MedUni Wien
Europäische Influenza-Meldedaten
Arbeitsgemeinschaft Influenza des RKI
https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Uebertragbare-Krankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/Grippe-(Influenza).html
Influenza im Detail
Erreger: Influenzaviren vom Typ A, B, C (letzere klinisch unbedeutsam), gehören zur Familie der Orthomyxoviridae (RNA-Viren).
Erregervorkommen: je nach Virustyp Geflügel, Schweine oder Menschen; gelegentliche „Tierpassagen“ (Schwein, Pferd, Ente).
Verbreitung: weltweit, gehäuft in der typischen Grippesaison (auf der Nordhalbkugel von November bis April). Die typische Grippesaison in Europa dauert von Dezember/Januar bis März/April, gelegentlich ist der Beginn auch später.
Infektionsquellen und Übertragung: von Tier auf Mensch oder Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion bzw. auch Kontaktinfektion.
Ansteckungsrisiko bei Kontakt (Kontagionsindex): zwischen 15 und 75 Prozent je nach Virustyp.
Krankheitsbild: Bei 30 bis 50% der Infizierten: rasch einsetzendes Fieber (teilweise bis über 39 Grad), allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Gliederschmerzen, Schnupfen, Husten, Halsentzündung und allgemeine (Kreislauf-) Schwäche.
Besteht beim Erkrankten eine Vorerkrankung der Atemwege (z. B. Asthma), des Herzens oder der Niere, oder handelt es sich um ältere Menschen, so sind Komplikationen häufig: schwere Bronchitis, Lungenentzündung, Kreislaufversagen, toxische Schäden am Herzmuskel oder Herzmuskelentzündung, Rippenfell-, Nieren-, Stirn- und Nebenhöhlenentzündung, Mittelohr oder sogar Gehirnentzündung. Spätfolgen nach solchen Komplikationen sind nicht selten, auch Todesfälle bei älteren, geschwächten Personen sind immer wieder zu beobachten.
Vorbeugung (Prophylaxe): Einhalten von Hygieneregeln (v.a. regelmäßiges Händewaschen mit Seife und Wasser, Niesen in Papiertaschentuch/Armbeuge) und jährliche Impfung. Influenza-Impfstoffe werden an saisonale Stämme angepasst, der Impfschutz beginnt etwa 2 Wochen nach der Impfung.
Säuglinge können/sollen ab dem 7. Lebensmonat mit (tetravalentem) Totimpfstoff geimpft werden. Für Kinder und Jugendliche ab dem vollend. 2. bis zum vollend 15. Lebensjahr steht ab Herbst 2020 auch ein nasal zu verabreichender Lebendimpfstoff (Fluenz-Tetra) kostenfrei zur Verfügung.
Die Impfung wird als gut verträgliche Totimpfung wegen der besonderen Gefährdung auch für Schwangere (im 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel) vor und eventuell auch noch während der Influenzasaison (Oktober bis März) zum eigenen Schutz und zum Schutz des Neugeborenen empfohlen.
Ebenso sollte die Durchimpfungsrate bei Angehörigen von Gesundheitsberufen sowie bei Betreuungspersonen zu deren eigenem Schutz und zur Vermeidung der Ansteckung der anvertrauten Patienten gesteigert werden.
Außerdem wird die Influenza-Impfung allen chronisch Kranken (Lungen-, Herz-, Kreislauferkrankungen, Erkrankungen der Nieren, Stoffwechselkrankheiten und angeborene oder erworbene Immundefekte) und Senioren (> 50 Jahre) sowie Personen mit häufigen berufsbedingten Kontakten zu anderen Menschen (Lehrer, Schüler, Gastwirte, Beamte usw.) besonders angeraten.
www.Influenza.at
https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/grippe
www.reisemed.at
DGPI Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 6. Auflage, Thieme Verlag 2013
(Ergänzt und überarbeitet von Prof. Dr. Diether Spork und OA Dr. Andreas Trobisch)
Varizellen (Windpocken, Feuchtblattern)
Windpocken sind eine von Viren ausgelöste Infektionskrankheit, die vor allem im Kindesalter auftritt. Sie ist äußerst leicht übertragbar: Schon ein Luftzug genügt, um empfängliche Personen, die sich z. B. bei einer offenen Tür in einem Nebenraum aufhalten, anzustecken – daher auch die deutsche Bezeichnung „Windpocken“. Empfänglich sind alle Menschen, die noch keine Windpocken durchgemacht haben oder nicht geimpft sind: Sie erkranken mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit, wenn sie zum ersten Mal mit dem Virus in Kontakt kommen. Die Erkrankung verläuft bei Jugendlichen und bei Erwachsenen schwerer als bei Kleinkindern. Bei schwangeren Frauen (v. a. am Beginn der Schwangerschaft) kann eine Infektion zu bleibenden Schäden oder zum Tod des ungeborenen Kindes führen. Das Varizella-Zoster-Virus wird durch Tröpfchen aus dem Nasen-Rachenraum sowie direkt aus den Bläschen auf der Haut von Mensch zu Mensch übertragen. Meist verläuft die Krankheit mit stark juckenden Bläschen und heilt innerhalb von 10 Tagen folgenlos aus. Bei etwa 1 Prozent der Fälle treten Komplikationen auf, die im Fall von eitrigen Infektionen bzw. Gehirnbeteiligung (Enzephalitis) bedrohlich sind. Das Virus überlebt im menschlichen Körper lebenslang und kann später das Krankheitsbild der Gürtelrose (Herpes Zoster) auslösen. Die Behandlung mit Virusmedikamenten ist möglich (im Gegensatz zu praktisch allen anderen Virus-Erkrankungen außer Herpes), aber sie muss sehr früh (innerhalb von 24 Stunden) einsetzen, um wirksam zu sein.
Eine Impfung (mit Lebendimpfstoff) schützt zuverlässig vor Windpocken (> 95 Prozent).
Schüler/Jugendliche, die noch keine Varizellen gehabt haben, sollen daher geimpft werden.
Varizellen im Detail
Erreger: Varicella-Zoster-Virus, Familie der Herpesviridae
Erregervorkommen: Mensch
Verbreitung: weltweit
Übertragung: Tröpfchen- und Schmierinfektion, Auftreten saisonal gehäuft im Winter und zeitigem Frühjahr
Inkubationszeit: 8 bis 28 Tage (in der Regel 14 bis 16 Tage)
Ansteckungsrisiko (Kontagionsindex): äußerst ansteckend, 90 bis 100 Prozent
Krankheitsbild: plötzlich einsetzender Hautausschlag (Papeln, die sich rasch in Bläschen mit serösem Inhalt umwandeln) und gleichzeitig Fieber (bis 40 Grad möglich). Der Ausschlag beginnt im Gesicht, auf der Kopfhaut und breitet sich über den Rumpf zentripetal aus. Je älter Erkrankte, desto stärker Läsionen. Komplikationen wie Mittelohr-, Lungen-, Nieren- und vor allem auch Kleinhirn- (1 pro 4000 Erkrankte, meist gute Prognose) und Gehirnentzündung (1: 25000 schlechte Prognose) kommen vor. Sekundärinfektionen der Haut (Staphylodermien) sind häufig. Die Komplikationsrate bei immunkompetenten Patienten ist im 1. Lebensjahr am höchsten und steigt wieder ab dem 4. Lebensjahr mit zunehmendem Alter an. Besonders bei Neugeborenen, Personen mit geschwächter Immunabwehr und Patienten unter einer immunsuppressiven Therapie gibt es schwere Verläufe. Bei Schwangeren besteht Gefahr für den Fötus (8. bis 21. SSW, fetales Varizellensyndrom, 30% Letalität) bzw. kurz vor und nach der Geburt (neonatale Varizellen – je nach genauem Erkrankungsbeginn vor der Entbindung unterschiedlich schwere Verläufe).
Vorbeugung (Prophylaxe): Schutzimpfung mit Lebendimpfstoff, auch als Kombinationsimpfstoff mit MMR
Heininger, U.: Handbuch Kinderimpfung, Heinrich Hugendubel Verlag, Kreuzlingen/München 2004
DGPI Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 6. Auflage, Thieme Verlag 2013
(Ergänzt und überarbeitet von Prof. Dr. Diether Spork und Dr. Andreas Trobisch)
Sicher auf Reisen – wichtige Reiseimpfungen
Vor Fernreisen – ob mit Kindern oder ohne – ist es absolut wichtig, den Impfschutz überprüfen zu lassen bzw. aufzufrischen. Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt beraten Sie in allen Fragen zur Impfung gerne. Aber nicht nur jene, die eine große Reise vorhaben, sollten in Sachen Impfung unbedingt zum Arzt: Auch der „kleine Urlaub“ auf der Alm oder am See verläuft bedeutend sicherer, wenn die Standardimpfungen – z. B. gegen Tetanus – vollständig vorhanden sind.
Gängige Impfungen, die bei Reisen in Frage kommen:
Chikungunya: Die Zulassung erfolgte im Juli 2024. Der Impfstoff wird also ab Beginn 2025 verfügbar sein und ist für alle Reisenden ab dem vollendeten 18. Lebensjahr als Einzelimpfung empfohlen.
Cholera: Die Choleraimpfung ist eine Schluckimpfung. Sie wird mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine Woche nach der Verabreichung wirksam und hält zwei Jahre an.
Gelbfieber: Ab Sommer 2025 gibt es eine apdatierte Gelfieberimpfbescheinigung. Früher ausgestellte Bescheinigungen müssen nicht im aktualisierten Format neu ausgestellt werden.
Hepatitis A: Die zweiteilige Immunisierung gegen Hepatitis A mit inaktivierten Viren bietet für mindestens zehn Jahre Sicherheit. Die erste Impfung sollte zwei bis vier Wochen vor Reiseantritt erfolgen.
Japanische Enzephalitis: Die Immunität gegen die Japanische Enzephalitis hält drei bis vier Jahre. Die Impfung besteht aus drei Teilen.
Tollwut: Vier Injektionen, dafür aber einen 100-prozentigen Schutz für drei bis fünf Jahre bietet die Impfung gegen Tollwut. Sie kann mit allen anderen Impfungen kombiniert werden.
Typhus: Das gilt auch für die Impfung gegen Typhus, die als Injektion oder Schluckimpfung verabreicht wird. Ein 70-prozentiger Schutz wird nach etwa einer Woche erreicht. Trotz der Impfung sollte man aber bei Fernreisen bestimmte Hygienemaßnahmen nicht verabsäumen und kein Wasser aus der Leitung trinken sowie Speiseeis, Eiswürfel, Salate und ungeschältes Obst meiden.
Weitere Tipps zum Thema Reisen und Impfung erhalten Sie ...
bei der Reisemedizinischen Impf- und Beratungsstelle der Abteilung 8 Gesundheit und Pflege (Land Steiermark), Tel.: 0316 / 877-3535,
am Hygiene-Institut der Universität Graz, Tel.: 0316 / 380-4390, und
bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
