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Masern

Impfschutz gegen Masern ist aus vielen Gründen besonders wichtig:
Masern sind extrem ansteckend: Wären die Kinder nicht geimpft, würden 85 Prozent vor dem 10. Lebensjahr an Masern erkranken. Die restlichen 15 Prozent würden aber auch lebenslang für Masern empfänglich bleiben.
Die Erkrankung selbst ist schwer: Typisch sind hohes Fieber, starker Husten, Schnupfen, Bindehautentzündung und Hautausschlag. Dazu kommt es noch bei 10 Prozent zu einer Mittelohr- oder Lungenentzündung. Noch gefährlicher ist eine mögliche Gehirnhautentzündung, die bei etwa 1 von 1000 Kindern zu bleibenden Schäden führen kann. Und: Jahre nach der Ersterkrankung kann SSPE (subakute sklerosierende Panenzephalitis) auftreten.

Diese Erkrankung verläuft leider immer tödlich.


Masern-Erreger kommen weltweit vor.
In Österreich kommt es immer wieder zu Ausbrüchen von Masern – zuletzt 2024. Bei Masern müssen die Kontaktpersonen eines Infizierten sehr rasch ausfindig gemacht werden, um die rasante Ausbreitung zu verhindern. Eine durchgemachte Infektion hinterlässt in der Regel eine lebenslange Immunität.

Die Impfung gegen Masern ist im Gratisimpfprogramm für Kinder und Jugendliche enthalten.

 

Mehr dazu:

Gesundheitsministerium: Aktuelle Situation in Österreich

Masern Monitoring der WHO

Masern-Factsheet

KeineMasern.at

Analyse des Masernausbruchs in der Steiermark 2015 von Dr. Andreas Trobisch et. al. 2017

Measles rapid risk assessment des European Center for Disease Prevention and Control (ECDC)


Masern im Detail

    
Erreger: Masernvirus, RNS-Virus der Paramyxovirengruppe (Genus Morbillivirus).

Erregervorkommen: Mensch.

Verbreitung: weltweit.

Inkubationszeit: 11 bis 14 Tage, das Exanthem (Hautausschlag) tritt etwa 3–5 Tage nach Krankheitsbeginn auf.

Infektionsquellen und Übertragung: Tröpfcheninfektion, extreme Ansteckungsfähigkeit (etwa 5 Tage vor bis 4 Tage nach dem Auftreten des Exanthems).

Krankheitsbild: Typisch in den ersten 3 bis 4 Tagen (Prodromalstadium) ist ein uncharakteristischer grippeähnlicher Zustand mit Fieber, Kopfschmerzen, Husten und Lichtscheu (Bindehautentzündung). Zugleich mit einem neuerlichen Fieberanstieg (nach einem möglichen vorübergehenden Abfall) setzt der sich innerhalb von 2 Tagen cranio-caudal (vom Kopf zu den Füßen hin) ausbreitende, nicht juckende Hautausschlag mit hellroten, zackig begrenzten, wegdrückbaren Flecken ein.
Als Komplikationen können Bronchitis, Pneumonien (Lungenentzündungen), Mittelohrentzündungen sowie Gehirnentzündungen (in rd. 1 von 1000 Fällen) auftreten. Besonders gefährlich ist die subakute sklerosierende Panenzephalitis SSPE (in etwa 1 von 10.000 Fällen), die erst Jahre später auftritt und zum Tod führt.

Vorbeugung (Prophylaxe): Schutzimpfung mit Lebendimpfstoff (als Kombinations-Impfstoff mit Mumps-, Röteln und mittlerweile auch mit Varizellen).

Eine durchgemachte Infektion hinterlässt in der Regel eine lebenslange Immunität.


 
Quellen: H. Kolleritsch und K. Möstl: Impfen 2004, Dr. Peter Müller Buch- und Kunstverlag GmbH, Wien 2004
Malinowski, W.: Impfungen in Österreich und anderen europäischen Ländern, Facultas Universitätsverlag, Wien 2005
Quast, U. et al.: Impfreaktionen, Hippokrates Verlag, Stuttgart 1997
DGPI Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 6. Auflage, Thieme Verlag 2013
(Ergänzt und überarbeitet von Prof. Dr. Diether Spork, Impfreferent der ÄK Steiermark und Dr. Andreas Trobisch, Assistenzarzt an der Univ.-Kinderklinik des LKH-Graz.)

Mumps

Mumps, im Volksmund auch „Ziegenpeter“ genannt, ist eine akute Virusinfektion. Sie betrifft hauptsächlich Speicheldrüsen- und Nervengewebe. Das Virus befällt neben der Ohr- und Bauchspeicheldrüse nach der Pubertät auch Hoden und Eierstöcke. Bei Männern betrifft dies nach der Pubertät 25–30 % und kann lebenslange Unfruchtbarkeit verursachen.
Mumps kann auch zu einer Entzündung des Gehirns oder der Hirnhaut sowie zu Taubheit führen.

Die Impfung gegen Mumps ist im Gratisimpfprogramm für Kinder und Jugendliche enthalten.

Mehr dazu: Mumps bei EDC Europe

 

Mumps im Detail

Erreger: Mumps-Virus (Fam. Paramyxoviridae)

Erregervorkommen: Mensch

Verbreitung: weltweit, in Europa Häufung der Infektionen in den Wintermonaten in Kindergärten, Schulen, Kasernen etc. WHO Ziel: Ausrottung des Virus (wie bei Pocken).

Inkubationszeit: ca. 3 Wochen

Ansteckungsrisiko bei Kontakt (Kontagionsindex): 40 Prozent

Infektionsquellen und Übertragung: Tröpfcheninfektion, selten indirekt durch feuchte, kontaminierte Gegenstände wie Essgeschirr.

Krankheitsbild: 30-40% verlaufen inapparent (ohne Krankheitszeichen). Wenn Symptome: Beginn meist mit allgemeinem Krankheitsgefühl, subfebrilen Temperaturen, Müdigkeit, Kopf-, Hals-, Nacken- und Ohrenschmerzen. Anschwellen der Ohrspeicheldrüse (Parotisschwellung) zunächst einseitig, später (bei rd. 80 Prozent der Erkrankten) beidseitig.
Komplikationen: Gehirn- und Gehirnhautentzündungen, davon 3-15% klinisch relevant, in 70% der Fällen wird eine Liquorveränderung ohne Klinik festgestellt. Hoden-, Eierstock- und Schilddrüsenentzündungen, Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) mit möglichen Folgeschäden wie Hörschäden, Sterilität (Zeugungsunfähigkeit), Diabetes.

Vorbeugung (Prophylaxe): Schutzimpfung mit Lebendimpfstoff (als Kombination mit Masern- und Röteln-Impfstoff).


 
Quellen: H. Kolleritsch und K. Möstl: Impfen 2004, Dr. Peter Müller Buch- und Kunstverlag GmbH, Wien 2004
Malinowski, W.: Impfungen in Österreich und anderen europäischen Ländern, Facultas Universitätsverlag, Wien 2005
Quast, U. et al.: Impfreaktionen, Hippokrates Verlag, Stuttgart 1997
DGPI Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 6. Auflage, Thieme Verlag 2013
(Ergänzt und überarbeitet von Prof. Dr. Diether Spork, Impfreferent der ÄK Steiermark und Dr. Andreas Trobisch, Assistenzarzt an der Univ.-Kinderklinik des LKH-Graz.)

Röteln

 

Sie kann in den ersten Schwangerschaftsmonaten am Embryo schwerste Missbildungen an Gehirn, Herz, Auge und Ohr auslösen. Daher gilt es, durch eine hohe Durchimpfungsrate womöglich zu verhindern, dass ein Röteln-krankes Kind eine schwangere Frau ansteckt.

Die Impfung gegen Röteln ist im Gratisimpfprogramm für Kinder und Jugendliche enthalten.

Mehr dazu: Röteln (Rubella) bei ECDC Europe

Röteln im Detail
   
Erreger: Röteln-Virus (Fam. Togaviridae)

Erregervorkommen: Mensch

Verbreitung: weltweit, WHO Ziel: Ausrottung des Virus (wie bei Pocken).

Inkubationszeit: 14 bis 21 Tage

Ansteckungsrisiko bei Kontakt (Kontagionsindex): 20−75 Prozent (je nach Enge des Kontaktes)

Infektionsquellen und Übertragung: Tröpfcheninfektion, aber auch durch Schmierinfektion

Krankheitsbild: Beginn mit allgemeinem Krankheitsgefühl, häufig leichtes Fieber. Später entsteht zunächst im Gesicht ein kleinfleckiger, hellroter Ausschlag, der sich in der Folge auf den ganzen Körper ausbreitet. Typisch sind auch Lymphknotenschwellungen, vor allem im Hals- und Kopfbereich (Nacken).
Komplikationen: An sich sind Röteln eher eine gutartige Erkrankung, die bei Kindern in 50 Prozent ohne Symptomatik verläuft. Vor allem aber bei Erwachsenen können als seltene Komplikationen Meningoenzephalitis, Herzmuskelentzündung, häufig auch Arthritiden (Gelenksentzündungen), welche bevorzugt weibliche postpubertäre Jugendliche und Erwachsene betrifft, sowie Sekundärinfektionen wie Mittelohr- oder Lungenentzündung auftreten. Selten tritt auch eine Gerinnungsstörung (thrombotisch thrombozytopenische Purpura) oder Enzephalitis auf. Sehr selten tritt eine schwere progressive Rubella Panezephalitis auf. Die folgenschwerste Komplikation ist die Rötelnembryopathie (Ansteckung des Embryos während der Schwangerschaft), deren Folgen von schweren Missbildungen (z. B. an Augen, Ohren, Herz) bis zum Tod (Abortus) reichen.
 
Vorbeugung (Prophylaxe): Schutzimpfung mit Lebendimpfstoff (als Kombination Masern- und Mumps-Impfstoff).


 
Quellen: H. Kolleritsch und K. Möstl: Impfen 2004, Dr. Peter Müller Buch- und Kunstverlag GmbH, Wien 2004
Malinowski, W.: Impfungen in Österreich und anderen europäischen Ländern, Facultas Universitätsverlag, Wien 2005
Quast, U. et al.: Impfreaktionen, Hippokrates Verlag, Stuttgart 1997
DGPI Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 6. Auflage, Thieme Verlag 2013
(Ergänzt und überarbeitet von Prof. Dr. Diether Spork und Dr. Andreas Trobisch)

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