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Wann darf nicht geimpft werden? (Kontraindikationen)

  • An einer Infektion akut Erkrankte sollen bis zur Genesung von der Impfung zurückgestellt werden.
  • Banale Infekte, auch wenn sie mit subfebrilen Temperaturen (bis 38 °C) − wie weiter unten angegeben − einhergehen, sind jedoch grundsätzlich keine Kontraindikation. Ebenso sollen Kinder mit wiederholten fieberhaften Infekten nach Abklingen der aktuellen Infektion sobald wie möglich geimpft werden.
  • Impfhindernisse können bestehende Allergien gegen Inhaltsstoffe des Impfstoffes sein. Bei diesen Personen soll eine Impfung nur nach Rücksprache mit Fachärzten erwogen werden.
  • Bei Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten oder Störungen des Immunsystems soll der den Immundefekt behandelnde Arzt vor der Impfung konsultiert werden. Totimpfstoffe können verabreicht werden, wobei empfohlen wird, den Impferfolg serologisch zu kontrollieren.
  • Die Verabreichung von Immunglobulin kann die Wirkung von Lebendimpfungen (Masern, Röteln, Mumps, Varizellen) beeinträchtigen. Deshalb sollte zwischen der Gabe von Immunglobulin und einer solchen Impfung ein Zeitraum von mindestens drei Monaten eingehalten werden. Da bei der Masernimpfung eine solche Abschwächung der Impfwirkung bis zu einem Jahr andauern kann, ist nach der Impfung eine Antikörperbestimmung zu empfehlen.

Häufig werden bestimmte Umstände irrtümlich als Kontraindikationen angesehen. Lt. WHO gehören dazu:

    • Leichte Erkrankung mit subfebrilen Temperaturen (bis 38 °C), leichtem Durchfall bei einem sonst gesunden Kind und Hauterkrankungen (z. B. Ekzem). Ausnahme: Rotaviren-Impfung bei Durchfall und/oder Erbrechen.
    • Chronische Erkrankungen von Herz, Leber, Lunge, Nieren; stabile neurologische Erkrankungen.
    • Antimikrobielle Therapie (Antibiotika) oder Verabreichung niedriger Dosen von Kortikosteroiden oder lokal angewendete steroidhaltige Präparate (unbehandelte Injektionsstelle wählen). Ausnahme: Bakterielle Lebendimpfstoffe.
    • Rekonvaleszenzphase nach einer Erkrankung.
    • Frühgeburtlichkeit: Frühgeborene sollen unabhängig von ihrem Geburtsgewicht entsprechend dem empfohlenen Impfalter geimpft werden. Bei extremer Anlage zur Frühgeburt wird empfohlen, die betreuende Neonatologieabteilung zu kontaktieren.
    • Schwangerschaft der Mutter oder anderer Haushaltsangehöriger sowie die Stillzeit der Mutter.
    • Ein möglicher Kontakt des Impflings zu Personen mit ansteckenden Krankheiten.
    • Allergien, Asthma oder andere atopische Erkrankungen oder Allergien in der Verwandtschaft. Ausnahme: Allergien gegen Inhaltsstoffe oder Produktionsrückstände in Impfstoffen.
    • Penizillinallergie; kein Impfstoffhersteller verwendet Penizillin in der Produktion oder als Konservierungsstoff.
    • Fieberkrämpfe in der Anamnese des Impflings.
    • Plötzlicher Kindestod (SIDS) in der Familienanamnese.
    • Neugeborenengelbsucht.

Quelle: Bundesministerium Gesundheit: Impfen - Allgemeine Informationen

 

Arzneimittel-spezifische Kontraindikationen sind auch der Fachinformation des jeweiligen Impfstoffs zu entnehmen. Diese finden Sie auch Online im Arzneimittelverzeichnis des Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen, bzw. bei den Fachinformationen der Impfstoffe auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit

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