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Inhaltsstoffe von Impfungen

Thiomersal
Bis 2000 wurde die organische Quecksilberverbindung Thiomersal (auch Thimerosal) in Österreich in Totimpfstoffen als Konservierungsmittel zum Schutz vor Verkeimung verwendet. Thiomersal kann sensibilisierend wirken. Es ist in Eindosenimpfstoffen (Fertigspritzen) aber nicht notwendig, sodass nur mehr thiomersalfreie Impfstoffe verwendet werden. Bedenken, dass die niedrige Dosis in Impfstoffen (meist 50 µg Hg/Dosis) toxisch sein kann, wurden in den letzten Jahren widerlegt. Ebenso wurden Befürchtungen, dass Thiomersal in Impfstoffen Autismus verursacht, in einer Vielzahl von Studien widerlegt. Details dazu finden sie auf der Website des Paul Ehrlich Institutes.

2012 gab die WHO auch eine offizielle Stellungnahme bezüglich Thiomersal ab und betonte, dass verwendetes Ethyl-Quecksilber im Körper eine Halbwertszeit (Zeit in der die Hälfte der ursprünglichen Dosis abgebaut ist) von 3-7 Tagen hat und dabei selbst bei Frühchen und Babys mit niedrigem Geburtsgewicht niemals eine Dosis erreicht wird, welche als giftig bezeichnet werden kann oder bleibende neurodegenerative Schäden hinterlässt. (WHO. Weekly epidemiological record, no. 30, 2012, 87, 277-288).

Formaldehyd
Formaldehyd ist ein Inaktivierungsmittel, mit dem z. B. Viren abgetötet werden, um aus ihnen einen Totimpfstoff herstellen zu können. Es wird nach dem Produktionsvorgang wieder entfernt, so dass nur mehr Spuren zurückbleiben. Die maximal zulässige Menge in Impfstoffen beträgt nach dem Europäischen Arzneibuch max. 200 µg/ml. Die tatsächliche Menge liegt in der Regel weit unter diesem Wert. Selbst um eine allergische Lokalreaktion der Haut zu bewirken, braucht es eine 1% Konzentration – diese wird mit der 0,02% Konzentration in Impfstoffen nicht erreicht (Weißer K, Barth I, Keller-Stanislawski B. Sicherheit von Impfstoffen. Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz. 2009;52(11):1053-1064).

Formaldehyd entsteht laufend in der Atmosphäre und kommt z.B. auch im Holz und Früchten vor. Mit der Nahrung werden täglich bis zu 14 mg Formaldehyd aufgenommen. Auch ist Formaldehyd ein natürliches Zwischenprodukt im menschlichen Stoffwechsel (C1 Stoffwechsel), die tägliche Eigenproduktion beträgt etwa 50 mg bei einer Halbwertszeit von 1,5 Minuten. (Wiedermann-Schmidt U et al.: Adjuvants and additives in vaccines - medical relevance]. Wiener Klinische Wochenschrift 2005;117(15-16):510-519).

Formaldehyd kann die Schleimhäute reizen, bei Einatmen von extrem hohen Mengen über viele Jahre (z. B. in der Industrie) können Tumoren im HNO-Bereich entstehen.

Aluminiumhydroxid
Immunverstärker (= Adjuvantien) bewirken, dass die Wirksubstanzen von Impfstoffen (= Antigene) eine höhere und länger anhaltende Konzentration von schützenden Antikörpern haben als das Antigen allein. Aluminiumhydroxid (Al(OH)3 oder -phosphat) wird als Immunverstärker bei vielen Tot-Impfstoffen eingesetzt. Als Maximum setzt das Europäische Arzneibuch 1,25 mg pro Dosis fest. Aluminiumhydroxid hat sich seit mehr als 80 Jahren als Verstärker bewährt. Dadurch gewährt eine sogenannte Grundimmunisierung (3 Dosen desselben inaktivierten Impfstoffes innerhalb eines Jahres) einen jahre- bis jahrzehntelangen Schutz.

Adjuvans-haltige Impfstoffe werden strikt intramuskulär injiziert. Eine zu oberflächliche Injektion kann sogenannte Impfgranulome verursachen. Das sind juckende, subkutane, derbe Knötchen. Diese Reaktion ist als allergische Reaktion zu werten, wobei auch vereinzelt generalisierte Dermatitis beschrieben wurde (Cox NH et al (1988) Allergy to non-toxoid constituents of vaccines and implications for patch testing. Contact Dermatitis 18:143–146).

Zur Beurteilung der Giftigkeit (=Toxizität) von Aluminiumhydroxid sind viele ältere Studien (etwa bis 1985) nicht geeignet, weil Aluminium überall vorhanden ist und nur Studien unter Reinraumbedingungen unter Verwendung entsprechender Kontrollen verlässliche Resultate ergeben. Dadurch erklären sich auch einige widersprüchliche Studienergebnisse: Zum Beispiel kann die Aufbewahrung von Proben in Borosilikatgläsern (etwa 3% Al2O3) – dazu gehören aber auch normale Glaseprouvetten – dazu führen, dass Aluminium das Probenmaterial verunreinigt und falsche Ergebnisse liefert. Aluminium-haltige Adjuvantien sind schwer wasserlöslich, daher unterscheidet sich auch ihre Giftigkeit von leicht löslichen Aluminium-Verbindungen wie Aluminiumchlorid.

Aluminiumverbindungen können bei eingeschränkter Nierenfunktion besonders bei Langzeitanwendung schädigend auf das Nervensystem wirken – dazu sind aber weit höhere Mengen erforderlich, als in den Impfstoffen vorhanden sind. Die Aluminiumbelastung durch Impfungen liegt deutlich unter den Grenzwerten für die Aluminium-Aufnahme über die Nahrung.

Erwachsene nehmen verschiedenen Studien zufolge etwa zwischen 1,6 und 13 mg Aluminium pro Tag über Nahrung und Trinkwasser auf. Dies entspricht einer wöchentlichen Aufnahme von 0,2 bis 1,5 mg Aluminium pro kg Körpergewicht bei einem 60 kg schweren Erwachsenen (The EFSA Journal (2008).754, 1-34). Bei chronischen und subchronischen Toxizitätsstudien mit Al3+ wurde bei Dosen bis 100 mg/kg und Tag keinerlei Effekt beobachtet. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung hat in einer Stellungnahme erklärt, dass ein Zusammenhang von Aluminium aus Nahrung, Kosmetikprodukten und der Entwicklung von Alzheimer wissenschaftlich nicht belegt ist. Auch von Seiten der WHO wurde 2012 eine Unbedenklichkeit bezüglich Aluminiumverbindungen in Impfstoffen ausgesprochen (WHO. Weekly epidemiological record, no. 30, 2012, 87, 277-288).

Squalen
Squalen ist ein natürliches Zwischenprodukt des menschlichen endogenen Cholesterinstoffwechsels und Bestandteil der Körperzellen. Es ist im Blut konstant nachzuweisen. Zudem ist es ein Hauptbestandteil vieler Nahrungsergänzungs- und Lebensmitteln wie z.B. Lebertran, Fisch- und Olivenöl. Etwa 60 bis 80 % des in der Nahrung enthaltenen Squalens werden über den Magen-Darmtrakt aufgenommen und im Körper anschließend abgebaut. Die Menge an Squalen, die in einer Dosis Impfstoff enthalten ist, liegt nicht höher als die durchschnittliche Menge, die täglich mit der Nahrung aufgenommen wird, wobei es auf Grund der unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten große Unterschiede zwischen einzelnen Populationen gibt. Untersuchungen konnten zeigen, dass die squalenhaltigen Adjuvanzien an der Einstichstelle innerhalb weniger Tage nicht mehr nachzuweisen sind.
Es gibt weiters keinen Anhaltspunkt, dass Squalen in Adjuvanzien embryo- oder fetotoxische Wirkungen haben könnte.
Während der A/H1N1-Influenzapandemie in den Jahren 2009/2010 wurden in vielen Ländern schwangere Frauen prioritär geimpft. Neben nicht adjuvantierten monovalenten A/H1N1-Impfstoffen wurden Schwangere insbesondere in der Europäischen Union, in Kanada und Lateinamerika auch mit Squalen-basierten, adjuvantierten A/H1N1-Impfstoffen (AS03-adjuvantierter Impfstoff und MF59-adjuvantierter Impfstoff) vor dem pandemischen Influenzavirus geschützt. Die Ergebnisse von mehreren Kohorten- und Fall-Kontroll-Studien weisen nicht auf ein Risiko für die Mutter und das ungeborene Kind bei Impfung in der Schwangerschaft mit AS03- und MF59-adjuvantierten A/H1N1-Impfstoffen hin. (Fachliche Information für Ärzte und Apotheker: Pandemieimpfstoffe in der Schwangerschaft - Sicherheitsaspekte, 30.9.2009; Internetartikel von www.pei.de)

Rückstände von Hühnereiweiß & Antibiotika
Manche Erreger (MMR, Tollwut, FSME) werden auf Bindegewebezellen von Hühnern oder auf befruchteten Hühnereiern (Influenza, Gelbfieber) gezüchtet. Einige Impfstoffe enthalten daher Spuren von Hühnereiweiß und auch von Antibiotika wie z. B. Neomycin. Antibiotika braucht man, um eine bakterielle Verunreinigung des Impfstoffes zu verhindern. Hühnereiweiß und Antibiotika werden im Herstellungsprozess soweit wie möglich herausgefiltert, geringe Rückstände sind jedoch noch nachweisbar.

Falls jemand eine Neomycin-Allergie hat, spricht das nicht notwendigerweise gegen eine Impfung mit einem Neomycin-haltigen Impfstoff (z. B. MMR). Maximal ist eine verstärkte Reaktion an der Impfstelle zu erwarten.

Die Verwendung von Penicillin und Streptomycin ist bei der Herstellung von Impfstoffen seit vielen Jahren verboten. Eine Allergie gegen diese Antibiotika ist daher nie eine Kontraindikation zur Impfung.

Eine Allergie gegen Hühnereiweiß gilt bei MMR- und FSME-Impfstoffen, gegebenenfalls auch beim Tollwut-Impfstoff, NICHT als Kontraindikation, da diese Impfstoffe hochgereinigt sind. Selbst schwere Hühnereiweißallergiker können ohne zusätzliches Risiko geimpft werden.

Bei Influenza Impfstoffen kann auf Hühnereiweiß-freie Impfstoffe auf Zellkulturbasis ausgewichen werden. Ist ein solcher Impfstoff nicht erhältlich oder nicht für das entsprechende Lebensalter zugelassen, können Hühnereiweißallergiker mit Impfstoffen, die weniger als 0,06 µg Hühnereiweiß/0,5 ml Dosis enthalten, geimpft werden (Greenbook des UK Department of Health, Seite 203 ff).

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